Duden. Wie verfasst man wissenschaftliche Arbeiten? Ein Leitfaden für das Studium und die Promotion

Duden. Wie verfasst man wissenschaftliche Arbeiten? Ein Leitfaden für das Studium und die Promotion

 

 

 

von: Ulrich Andermann, Martin Drees, Frank Grätz

Duden, 2006

ISBN: 9783411051137

Sprache: Deutsch

192 Seiten, Download: 2112 KB

 
Format:  PDF, auch als Online-Lesen

geeignet für: Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen PC, MAC, Laptop


 

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Duden. Wie verfasst man wissenschaftliche Arbeiten? Ein Leitfaden für das Studium und die Promotion



2 Der große Unterschied: das wissenschaftliche Arbeiten als Projekt – die wissenschaftliche Arbeit als »Produkt« (S. 17-18)

2.1 Projektmanagement und persönliche Arbeitsplanung
2.1.1 Vom Ergebnis her denken

Die Produktion wissenschaftlicher Texte ist ein Prozess, in dem man eine bestimmte Folge von Arbeitsschritten einzuhalten hat. Es mag zwischen den einzelnen Wissenschaftsdisziplinen – nicht nur im Detail – zahlreiche Unterschiede geben. Aber das Verfassen schriftlicher Arbeiten folgt einem Phasenablauf, der wegen seiner inneren Logik keine grundsätzlichen Änderungen verträgt. Konkret auf die folgenden Kapitel bezogen, heißt dies: Bevor man anfängt, Projektideen zu entwickeln und zu systematisieren, müssen vorgelagerte Fragen abgeklärt sein, wobei es sich empfiehlt, vom Ergebnis her zu denken. Dies bedeutet zunächst: In welchem Kontext und zu welchem Zweck ist diese Arbeit zu verfassen? Welche Anforderungen bestehen mit Blick auf den Texttyp? Ist im Ergebnis eine Seminarhausarbeit, eine Studienabschlussarbeit oder gar eine Dissertation verlangt? Je nach Typ ergibt sich die Frage danach, in welchem Umfang und in welcher Intensität sich der Autor dem Forschungsgegenstand widmen soll. Ist das Ziel eine reine Literaturarbeit oder vielleicht eine empirische Studie, bei der Experimente durchzuführen, Experten zu interviewen oder Fragebögen auszuwerten sind? Genügt es eventuell, nur die mitunter allerdings anspruchsvolle Aufgabe zu erfüllen, den Forschungsstand zu einem bestimmten Gegenstand darzustellen und kritisch aufzuarbeiten? Wird eine retrospektive Untersuchung verfolgt, oder ist im Sinne einer prospektiven Studie ein Modell zu entwickeln, um aus diesem Handlungsstrategien abzuleiten?

Durch den Texttyp ist festgelegt, welchen Umfang die Arbeit im Ergebnis haben darf. Wenn eine Hausarbeit im Grundstudium maximal15 Seiten, im Hauptstudium maximal 25 Seiten oder als Studienabschlussarbeit höchstens 100 Seiten umfassen darf, liegt von vornherein auf der Hand, was machbar ist und was nicht.

2.1.2 Arbeits- und Terminplanung

Vom Ergebnis her zu denken ist ebenso ein Erfordernis, sobald für das Projekt ein Arbeits- und Zeitplan aufgestellt werden soll. Denn die von Dekanaten oder Prüfungsämtern gesetzten Abgabetermine machen es notwendig, die erforderlichen Arbeitsschritte auf diese hin zu planen. Nicht jedem Autor wird für die Fertigstellung seiner Arbeit ein Zeitlimit gegeben. Und dennoch sollte er sich ein solches setzen, weil es ein gutes Mittel der Selbstdisziplinierung ist und verhindern kann, dass die Arbeit zu umfangreich wird. Das Projekt sollte sorgfältig geplant werden, wobei das Wichtigste ist, dass dieses auf einer realistischen Basis erfolgt. Eine Plangröße hierbei ist der Autor selbst, der seine eigenen Fähigkeiten und Schwächen am besten kennt. In der Regel weiß er genau, welche Arbeitsschritte ihm am leichtesten, welche am schwersten fallen, wann seine produktivsten Arbeitsphasen sind und welche Faktoren ihn am häufigsten ablenken und Zeit verlieren lassen.

So wichtig und unerlässlich die Planung auch ist, der Autor sollte sich vor jeglicher Übertreibung hüten. Ein Zeitplan, der detailliert Stunde für Stunde genau vorschreibt, was geleistet sein soll, bringt im Endeffekt nichts, wenn er ständig nachgebessert werden muss. Ermüdung, vielleicht sogar Kopfschmerzen zur falschen Stunde, ein unangekündigter Besuch zur unpassenden Zeit: Wer wollte von sich behaupten, all solche möglichen Variablen fest im Griff zu haben? Deshalb erspart sich derjenige viele Frustrationen, der seine Arbeitsphasen großzügiger plant und für ungeplante Zwischenfälle und Erholungsphasen weniger anfällig ist.

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