Erneuerbare Energien. Mit Energieeffizienz zur Energiewende

Erneuerbare Energien. Mit Energieeffizienz zur Energiewende

 

 

 

von: Peter Hennicke, Manfred Fischedick

C.H.Beck, 2007

ISBN: 9783406555145

Sprache: Deutsch

145 Seiten, Download: 2729 KB

 
Format:  PDF, auch als Online-Lesen

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Erneuerbare Energien. Mit Energieeffizienz zur Energiewende



1. Einführung (S. 7)

Warum noch ein weiteres Buch über erneuerbare Energien? Weil sie in Auseinandersetzung mit Skeptikern und Schwärmern ein stärker sachlich fundiertes und überzeugendes Plädoyer verdienen. Und weil wir versuchen wollen, die erneuerbaren Energien aus einer Perspektive zu zeigen, die das gesamte Energiesystem in den Blick nimmt.

Es gibt heute ausgezeichnete technische Expertenstudien über die erneuerbaren Energien, aber viele Fragen des technischen, ökonomischen und ökologischen Systemzusammenhangs auf nationaler und weltweiter Ebene (z. B. Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz im Wechselspiel zu anderen Optionen, positive Nebeneffekte jenseits des Klimaschutzbeitrages) bleiben dabei offen.

Andererseits werden weitgehend unkritische Werke angeboten, die eine glänzende Zukunft der erneuerbaren Energien beschreiben, aber essenzielle Fragen unbeantwortet lassen: Wie kann der heute in vielen Weltregionen noch bescheidene und zum Teil relativ kostspielige Beitrag der erneuerbaren Energien so gesteigert werden, dass das fossil-nukleare Energiesystem vollständig und sozialverträglich durch erneuerbare Energien abgelöst wird?

Das Buch geht in seinem ersten Teil auf den Status quo der Nutzung erneuerbarer Energien ein und stellt darüber hinaus treibende Kräfte für die Markteinführung dar, insbesondere die Erfordernisse des Klimaschutzes und die Begrenztheit der fossilen Reserven und Ressourcen. Letzteres Argument für die erneuerbaren Energien ist so banal wie faszinierend. Banal ist es deshalb, weil Öl, Erdgas, Uran und Kohle endliche Energien sind und ihr jeweiliges Produktionsmaximum über «kurz oder lang» – wahrscheinlich in der aufgeführten Reihenfolge – den Einsatz erneuerbarer Alternativen erzwingen wird.

Wann das der Fall sein wird und wie viel Zeit uns zur Umstellung bleibt, hängt ent- scheidend von der Entwicklung des Energiebedarfs ab. Denn die bis zur Mitte des Jahrhunderts noch erheblich anwachsende Weltbevölkerung wird bei ambitionierter innovativer Energiepolitik im günstigsten Fall mit der gleichen Energiemenge wie heute auskommen, aber unter Trendbedingungen («business as usual») wahrscheinlich mehr als die doppelte Energiemenge auf den Weltenergiemärkten verlangen wie heute.

Faszinierend ist, wie rasch erneuerbare Energien mittlerweile als Geschäftsfeld wahrgenommen werden, nicht nur von privaten Investoren, sondern mehr und mehr auch von den «Großen» der Energiewirtschaft. Und selbst hartgesottene Lobbyisten fossiler und nuklearer Energien «bekennen» sich in Hochglanzbroschüren zu den erneuerbaren Energien – wenngleich sie in der Realität eine nennenswerte Rolle der erneuerbaren Energien erst für eine scheinbar noch weit entfernte Zukunft sehen.

Ihr Argument ist so schlagend wie kurzsichtig: Nur was sich bis heute am Markt durchgesetzt hat und zu keinen höheren Kosten führt, wird auch für die Zukunft als Lösung in die Überlegungen einbezogen. Dieses Kurzfristdenken ist jedoch angesichts der anstehenden Probleme fahrlässig und es hat in der Vergangenheit den Fortschritt gelähmt.

Denn nur solange die Schadenskosten des Klima wandels, aber auch die möglichen extrem hohen Schäden von Nuklearkatastrophen nicht in den Bilanzen und Versicherungsprämien vorkommen, hat dieses Argument die vorherrschende betriebswirtschaftliche Rationalität auf seiner Seite. «Vor wärts in die Katastrophe, aber so billig wie möglich», könnte man diese Rationalität umschreiben.

In diesem Buch wird diese kurzsichtige Rationalität mit ihren eigenen Argumenten widerlegt werden: Eine strategisch beschleunigte Markteinführung der erneuerbaren Energien senkt langfristig, wenn sie mit einer Effizienzrevolution verbunden wird, die volkswirtschaftliche Energierechnung, verbessert die Wettbewerbsfähigkeit, führt über damit ausgelöste Innovationsimpulse und weltweit spürbar steigende Nachfrage zu guten Chancen auf den Exportmärkten und lässt letztlich positive Netto-Beschäftigungseffekte erwarten.

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