Ordnung ins Chaos

Ordnung ins Chaos

 

 

 

von: Anne Brunner

Carl Hanser Fachbuchverlag, 2007

ISBN: 9783446413047

Sprache: Deutsch

125 Seiten, Download: 17024 KB

 
Format:  PDF, auch als Online-Lesen

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Ordnung ins Chaos



3 Chaos (S. 29)

Nur ein Genie beherrscht das Chaos.
Albert Einstein

Der Begriff Chaos kommt aus dem Griechischen und bezeichnete ursprünglich eine Schlucht auf der Peloponnes. Plato meint damit eine „wirre Urmasse". In der Bibel beschreibt der Begriff eine Kluft bzw. gähnende Leere (Lukas 16,26). Chaos ist ein Zustand völliger Unordnung oder Verwirrung, im Gegensatz zum „Kosmos". Kosmos bedeutet im Griechischen ursprünglich „(Welt-)Ordnung".

3.1 Hohe Kosten
Chaos produziert ökologischen Ballast. Unser Planet wird von den vielen Dingen belastet, sowohl durch die Produktion als auch durch deren „Entsorgung" – sei es auf illegale Art oder in Form von ganz legal wachsenden Müllhalden. Chaos kostet auch in unserem ganz persönlichen Leben etwas: z. B. Zeit, viel Zeit. Wie viele Stunden haben wir schon damit verloren, den Schlüssel, den Stift oder die Schere zu suchen?

Ganz zu schweigen von Papierstapeln, die uns vorwurfsvoll anstarren und angeblich gelesen werden wollen. Was schätzen Sie: Wie viel Lesezeit kostet uns eine ein Zentimeter dicke Zeitschrift? Es sind ca. vier Stunden (Küsten- macher 2006). Ein 20 Zentimeter dicker Zeitungsstapel kostet uns demnach 80 Stunden, also etwa zwei Arbeitswochen Lebenszeit (Bild 13).

Chaos stiftet Verwirrung, es lenkt ab. Man sucht einen bestimmten Fachartikel, stolpert dabei über alte Zeitschriften, beginnt darin zu lesen und hat am Schluss vergessen, was man eigentlich wollte. Oder man sucht ein bestimmtes Dokument, blättert in verschiedenen Ordnern herum, verheddert sich in früheren Briefwechseln, bis man das eigentliche Ziel endgültig aus den Augen verloren hat. Chaos kostet auch Fläche.

Gerümpel breitet sich aus, es ist raumgreifend und fl ächenfressend. Dies gilt in besonderem Maße für herumliegendes Papier. Denken Sie nur an die Fläche einer einzigen Tageszeitung. Haben Sie schon einmal nachgemessen? Die aufgeschlagene Doppelseite einer Tageszeitung verbraucht ca. einen halben Quadratmeter kostbare hori zontale Fläche. Wenn alle Blätter ausgefaltet neben einanderliegen, verbrauchen sie fast sechs Quadratmeter. Dies entspricht einer kleinen Küche oder einem Badezimmer.

Eine typische Wochenzeitung beansprucht in diesem Fall sogar etwa doppelt so viel Platz, nämlich ca. zwölf Quadratmeter – das ist ein geräumiges Schlafzimmer. Belegte Flächen verkleinern also ihre Wohnfl äche erheblich. Geht man von einem Mietpreis von zehn Euro pro Quadratmeter aus, kosten zwölf Quadratmeter, die mit Papier belegt sind, 120 Euro im Monat. Bei einem Kaufpreis von 2500 Euro pro Quadratmeter kommen dabei 30 000 Euro heraus.

3.2 Albträume

Daraus können albtraumhafte Situationen entstehen (Bild 14). Sie können sich nicht mehr auf einen Stuhl setzen, nicht mehr frühstücken, das Fenster nicht mehr öffnen, sich nicht mehr auf dem Sofa bequem niederlassen, geschweige denn Gäste darauf einladen, nicht mehr sicher die Treppe betreten, die Tür nicht mehr öffnen, nur noch im Storchenschritt von Insel zu Insel balancieren, nicht mehr richtig sauber machen, sich nicht mehr schlafen legen.

3.3 Krempel, Kram und Kinkerlitzchen
Der Umgang mit Papier ist nicht die einzige Herausforderung. Es gibt viele kleine und große Dinge, die um uns herumliegen, kostbaren Platz stehlen und unsere Aufmerksamkeit zerstreuen.

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